Willkommensinterview mit Jonas Elverhoy

Neues Land, neue Mannschaft und eine neue Sprache: Jonas Elverhøy ist in Krems angekommen und freut sich auf sein nächstes Abenteuer beim FÖRTHOF UHK Krems. Im Kennenlerninterview spricht der Norweger über seinen Weg nach Österreich, seine Ziele mit dem UHK und seine ersten Wochen in der Wachau. Außerdem verrät er, was das Deutschlernen mit einer kaputten Waschmaschine zu tun hat. English version down below. 

08. August 2026, Update 29. August | Jil Pastner

UHK: Herzlich willkommen in Krems, Jonas! Wie waren deine ersten Tage in Österreich?

Jonas: Dankeschön. Wirklich gut! Ich wurde von Anfang an von allen sehr herzlich aufgenommen. Natürlich ist es noch etwas ungewohnt, weil ich die Sprache nicht spreche, aber alle machen es mir sehr leicht. Was mich tatsächlich überrascht hat: Der Verein ist größer, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Die ersten Eindrücke waren also durchwegs positiv und ich freue mich darauf, hier richtig anzukommen.

UHK: Von Norwegen über Schweden und jetzt nach Österreich. Warum hast du dich für dieses neue Abenteuer entschieden?

Jonas: Genau das war eigentlich der Gedanke dahinter: Ich wollte noch einmal ein Abenteuer erleben. Ich habe schon früh den Schritt von Norwegen nach Schweden gewagt und bin später wieder nach Norwegen zurückgekehrt. Nach einigen Jahren dort hatte ich das Gefühl, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, noch einmal etwas komplett Neues zu machen. Dazu kommt, dass meine Schulter nach den Problemen der vergangenen Jahre endlich wieder richtig gut ist. Das fühlt sich gut an und hat mir auch die Sicherheit gegeben, diesen Schritt zu wagen.

UHK: Und warum wurde es ausgerechnet Krems?

Jonas: Mein Berater und ich haben uns verschiedene Möglichkeiten angesehen und sind zu dem Schluss gekommen, dass Krems für meine aktuelle Situation einfach der beste Fit ist. Ich kannte den österreichischen Handball bereits ein wenig. Spieler wie Nikola Bilyk oder Lukas Hutecek zeigen ja auch international, welche Qualität aus Österreich kommt. Mir gefällt außerdem, wie hier Handball gespielt wird, und ich glaube, dass ich gerade defensiv sehr gut in die Mannschaft passen kann.

UHK: Wie würdest du deinen eigenen Spielstil beschreiben?

Jonas: Vielseitig und beweglich. In der Defensive habe ich im Laufe meiner Karriere eigentlich schon fast jede Position gespielt und dadurch viele unterschiedliche Deckungssysteme kennengelernt. Im Angriff liebe ich schnellen Handball. Früher war ich außerdem ein Spieler, der sehr viel aus der Distanz geworfen hat. Durch meine Schulterverletzung musste ich mein Spiel verändern und neue Lösungen finden. Im Nachhinein hat mich das wahrscheinlich sogar zu einem kompletteren Spieler gemacht.

UHK: Du bist schon in jungen Jahren für den Handball ins Ausland gegangen. Was hat dich diese Zeit gelehrt?

Jonas: Der Wechsel von Norwegen nach Schweden war damals definitiv nicht einfach. Ich war jung, plötzlich in einem anderen Land und musste mich an vieles erst gewöhnen. Heute bin ich unglaublich froh, dass ich diese Erfahrung gemacht habe. Man lernt dadurch nicht nur als Handballer viel, sondern wird auch als Mensch selbstständiger. Und jetzt hilft mir diese Erfahrung natürlich wieder, wenn ich hier in Österreich neu anfange.

UHK: Was hast du dir für deine erste Saison im UHK-Trikot vorgenommen?

Jonas: Ich möchte vor allem der Mannschaft helfen und meine Stärken einbringen. Natürlich möchte ich mich auch persönlich weiterentwickeln und gesund bleiben. Wir haben hier eine Mannschaft mit viel Qualität und großen Ambitionen. Wenn man für einen Verein wie Krems spielt, möchte man natürlich auch möglichst lange um Titel kämpfen.

UHK: Handball ist die eine Sache. Wie sieht dein neues Leben in Krems abseits der Halle gerade aus?

Jonas: Momentan besteht es noch aus ziemlich viel Ankommen. (lacht) Ich richte meine Wohnung ein, versuche mich zurechtzufinden und lerne Deutsch. Damit bin ich aktuell eigentlich schon ganz gut beschäftigt. Besonders freue ich mich natürlich, wenn meine Freundin zu Besuch kommt, die auch mit mir nach Krems kommt. Dann wollen wir gemeinsam auch ein bisschen mehr von Österreich sehen.

UHK: Apropos Deutsch: Wie läuft es mit der neuen Sprache?

Jonas: Ich habe schon mit Deutschunterricht begonnen. Einfach ist es definitiv nicht (lacht). Aber ich möchte die Sprache unbedingt lernen und versuche, im Alltag so viel wie möglich mitzunehmen. Heidi Achleitner gibt mir und meiner Freundin Deutschunterricht und versucht ihr bestes uns die Sprachbarriere zu nehmen. Und manchmal lernt man die wichtigsten Wörter eben schneller als geplant, zum Beispiel wenn plötzlich die Waschmaschine nicht mehr funktioniert *lacht*.

In diesem Moment kommt Geschäftsführer Thomas Aschauer hinzu und erkundigt sich nach dem aktuellen Stand der Waschmaschine. Und weil beim UHK offenbar auch solche Probleme nicht lange ungelöst bleiben, möchten wir an dieser Stelle unserem langjährigen Partner RED ZAC, der Familie Novotny danken: Dank der Unterstützung kann Jonas mittlerweile nicht nur an seinem Deutsch arbeiten, sondern auch wieder seine Wäsche waschen. 😉

UHK: Gut, dass das Waschmaschinen Problem gelöst ist. Gibt es abseits davon noch Momente, in denen sich Norwegen dann doch ziemlich weit weg anfühlt?

Jonas: Auf jeden Fall. Am meisten vermisse ich meine Familie. Als ich in Schweden gespielt habe, waren es ungefähr acht Stunden mit dem Auto nach Hause. Das war zwar auch nicht gerade um die Ecke, aber jetzt fühlt sich die Distanz noch einmal ganz anders an. Natürlich vermisse ich auch Teile der norwegischen Kultur. Gleichzeitig wollte ich genau dieses Abenteuer und freue mich darauf, hier eine neue Heimat auf Zeit zu finden.

UHK: Was dürfen sich die Fans von Jonas Elverhøy auf dem Spielfeld erwarten?

Jonas: Auf jeden Fall jemanden, der alles für die Mannschaft gibt. Ich möchte besonders in der Defensive viel Energie und meine Vielseitigkeit einbringen. Gleichzeitig liebe ich schnellen Handball und hoffe natürlich, dass wir den Fans damit auch einiges bieten können.

UHK: Zum Abschluss: Was möchtest du den UHK-Fans vor deiner ersten Saison in Krems sagen?

Jonas: Ich freue mich wirklich darauf, euch endlich in der Halle zu sehen. Was mir hier schon jetzt sehr gut gefällt, ist dieses familiäre Gefühl. Alles ist nah, man kennt sich und es fühlt sich ein bisschen so an, wie ich es von zu Hause kenne. Ich hoffe, dass viele von euch in die Halle kommen und uns unterstützen. Ich freue mich darauf, diese Atmosphäre selbst zu erleben und gemeinsam mit euch eine erfolgreiche Saison zu haben.

UHK: Vielen Dank für das Interview und Herzlich Willkommen bei uns in Krems!

Mittlerweile konnte Jonas in der ersten Partie der Saison, im druck.at HLA SUPERCUP sein Können unter Beweis stellen und überzeugte mit einer aufmerksamen Defensivarbeit, die in einigen Steals resultierte sowie mit zwei Treffern im UHK Trikot.


English Version

New country, new team and a new language: Jonas Elverhøy has arrived in Krems and is looking forward to his next adventure with FÖRTHOF UHK Krems. In our introductory interview, the Norwegian talks about his journey to Austria, his goals with UHK and his first weeks in the Wachau. He also reveals what learning German has to do with a broken washing machine.

UHK: Welcome to Krems, Jonas! How have your first days in Austria been?

Jonas: Thank you! Really good. Everyone has given me a very warm welcome right from the start. Of course, it still feels a little unfamiliar because I don’t speak the language yet, but everyone is making it very easy for me. One thing that actually surprised me is that the club is bigger than I expected. So my first impressions have been really positive and I’m looking forward to properly settling in here.

UHK: From Norway to Sweden and now Austria. Why did you decide to take on this new adventure?

Jonas: That’s exactly what I was looking for: another adventure. I moved from Norway to Sweden when I was quite young and later returned to Norway. After spending a few years there, I felt that now was the right time to try something completely new again. Another important factor is that after the problems I’ve had with my shoulder over the past few years, it finally feels really good again. That feels great and also gave me the confidence to take this next step.

UHK: And why Krems in particular?

Jonas: My agent and I looked at different options and came to the conclusion that Krems was simply the best fit for me at this point in my career. I already knew a little about Austrian handball. Players like Nikola Bilyk and Lukas Hutecek have shown internationally what kind of quality comes from Austria. I also like the way handball is played here and I think that, especially defensively, I can fit into the team really well.

UHK: How would you describe your playing style?

Jonas: Versatile and mobile. Over the course of my career, I’ve played in almost every position in defence, so I’ve gained experience with a lot of different defensive systems. In attack, I love fast handball. I also used to be a player who took a lot of shots from distance. Because of my shoulder injury, I had to change my game and find different solutions. Looking back, that has probably made me a more complete player.

UHK: You moved abroad for handball at a young age. What did that experience teach you?

Jonas: Moving from Norway to Sweden definitely wasn’t easy at the time. I was young, suddenly living in another country and had to get used to a lot of new things. Today, I’m incredibly grateful that I had that experience. You don’t just learn a lot as a handball player, you also become much more independent as a person. That experience is definitely helping me now as I start another new chapter here in Austria.

UHK: What are your goals for your first season in a UHK jersey?

Jonas: Most importantly, I want to help the team and contribute with my strengths. Of course, I also want to continue developing as a player and stay healthy. We have a team with a lot of quality and big ambitions. When you play for a club like Krems, you obviously want to be competing for titles for as long as possible.

UHK: Handball is one thing. What does your new life in Krems look like away from the arena?

Jonas: At the moment, a lot of it is still about settling in. (laughs) I’m getting my apartment set up, finding my way around and learning German. That’s keeping me pretty busy already. I’m especially looking forward to having my girlfriend here with me in Krems. We also want to use the opportunity to explore a little more of Austria together.

UHK: Speaking of German, how is learning the new language going?

Jonas: I’ve already started taking German lessons. It’s definitely not easy. (laughs) But I really want to learn the language and I’m trying to pick up as much as possible in everyday life. Heidi Achleitner is teaching my girlfriend and me German and is doing her best to help us overcome the language barrier. And sometimes you learn the most important words sooner than expected, for example when your washing machine suddenly stops working. (laughs)

At that very moment, Managing Director Thomas Aschauer joins us and asks for an update on the washing machine. And because apparently even problems like these don’t stay unsolved for very long at UHK, we’d like to take this opportunity to thank our long-standing partner RED ZAC and the Novotny family. Thanks to their support, Jonas can now not only keep working on his German, but also do his laundry again. 😉

UHK: Good to hear the washing machine problem has been solved. Apart from that, are there moments when Norway suddenly feels very far away?

Jonas: Definitely. What I miss most is my family. When I played in Sweden, it was around an eight-hour drive home. That wasn’t exactly around the corner either, but now the distance feels completely different. Of course, there are also parts of Norwegian culture that I miss. At the same time, this is exactly the adventure I wanted and I’m looking forward to making Krems a home away from home.

UHK: What can the fans expect from Jonas Elverhøy on the court?

Jonas: Definitely someone who gives everything for the team. I especially want to bring a lot of energy and versatility to our defence. At the same time, I love fast handball and hopefully we can give the fans plenty to enjoy with the way we play.

UHK: Finally, what would you like to say to the UHK fans ahead of your first season in Krems?

Jonas: I’m really looking forward to finally seeing all of you in the arena. One thing I already really like here is the family atmosphere. Everything feels close, people know each other and it reminds me a little bit of home. I hope lots of you come to the arena and support us. I’m excited to experience that atmosphere myself and hopefully enjoy a successful season together with all of you.

UHK: Thank you for the interview and a very warm welcome to Krems!

Jonas has since had his first opportunity to show what he can bring to the team in the opening competitive match of the season, the druck.at HLA SUPERCUP. He impressed with his alert defensive work, which resulted in several steals, and also scored his first two goals in a UHK jersey.

Titelfoto: © Agentur Diener-Eva Manhart